Mensch-sein am Standesamt Deutschland & Österreich

Sollten alle Sternenkinder am Standesamt dokumentiert werden?

Vorwort

Mensch-sein am Standesamt am Beispiel von D und A
Aus eigener Betroffenheit - 1976 und 1979: zwei still geborene Töchter, jeweils ohne Begräbnis und ohne Dokumentation am Standesamt - befasse ich mich seit dem Jahr 2000 mit dem Thema. Sie starben in der 16. bzw. 10. Schwangerschaftswoche, also als Sternenkinder in der eng gefasst Definition. Da 1987 einer meiner Söhne mit Dokumentation und Begräbnis kurz nach seiner Geburt den Weg allen Lebens ging, kenne ich beider Trauerformen und kann sagen: kein Vergleich - mit der Dokumentaion und einem Begräbnis ist die Trauer, das weiterleben danach sehr viel leichter. Mir persönlich geht um zwei Baustellen: Bestattung (Siehe z.B. Handbuch Aktion Allen Menschen ein Grab?!' und die Dokumention am Standesamt.

Vielen Mitgliedern der weltweit agierenden PRO life Lebensbewegung geht es um eine dritte Baustelle: sollen wir - wie bisher - nur um das Überleben aller Kinder uns einsetzen, oder sollen und wollen wir uns auch mit dem Umgang nach deren Tod auseinandersetzen?

Sternenkind.info geht es um weltweit alle während der Schwangerschaft, Geburt und kurz danach verstorbenen Kinder am Beispiel von Deutschland und Österreich. Diese unterliegen nicht der Bestattungspflicht! Nicht einmal das Bestattungsrecht im Auftrag der Mutter/ Angehörigen ist immer umsetzbar!

Eng gefasst betrifft ein 'Sternenkind' die Definitionen 'still geboren und unter 500 Gramm schwer'. Angehörigen sprechen aber auch bei über 500 Gramm schweren still geborenen oder bei Kindern, welche im Alter bis zu 8 Jahren starben, von Ihrem 'Sternenkind'. Andere Begriffe sind Engelskind, Schneckenkind, Wolkenkind, Muschelkinder usw.

Das Chaos ist Gesetzlich geregelt: Achten Sie in einem Gespräch daher darauf, über - entwicklungsentsprechend - welches Kind die Angehörigen sprechen, denn die Definitionen Fehlgeburt (bis 500 Gramm, bis 35 cm Länge), Totgeburt (über 500 Gramm, länger als 35 cm) und Pränataler Todesfall (kurz nach der Geburt gestorben) können auf dem Papier stehen, müssen aber nicht mit der Erlebniswelt der Mutter überein stimmen. P. Klaus Schäfer ist Betreiber der Internetseiten www.kindergrab.de  und www.stillgeburt.de

Buch: Ein Stern, der nicht leuchten konnte: Das Buch für Eltern, deren Kind während der Schwangerschaft starb

Deutschland: Gemäß Personenstandgesetz §18 müssen Lebendgeburten innerhalb einer Woche, Totgeburten innerhalb drei Tagen angezeigt werden. Gemäß §19 sind dazu die Eltern und dann jede andere Person, die bei der Geburt zugegen war, verpflichtet. Hebammen werden also nicht explizit erwähnt, müssen ihrer Verpflichtung durch das Personenstandsgesetz nachkommen ....

Aus Sicht des österreichischen Staates steht in der Rechtsvorschrift für Hebammengesetz https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010804 unter Personenstandsrechtliche Pflichten: § 8. (1) Hebammen haben jede Lebend- und Totgeburt innerhalb einer Woche der zuständigen Personenstandsbehörde anzuzeigen. .....

Da es seit 2014 das Zentrale Melderegister (ZMR), einem elektronischen Register des Bundesministerium für Inneres gibt, kann der Eintrag auf jedem Standesamt erfolgen. Vor dem 1.4.2017 haben in Österreich Bestatter still geborene Kinder gewichtsunabhängig an das Standesamt gemeldet - dort wurden diese Kinder als Totgeburt dokumentiert ...

Wurde passend zu ihrer Med. Bestätigung damals keine Totgeburt und kein lebend geborenes Kind am Standesamt eingetragen, kann Ihnen seit 1.4.2017 Rückwirkend eine Fehlgeburt eingetragen werden, denn das Standesamt gibt es in Österreich (außer im Burgenland schon länger) seit 1939.

Soviel zur Faktenlage - nun zu meinen Fragen:

1. Das folgende habe ich gerade erst entdeckt und ich weiß noch nicht, ob die Info in Verbindung mit Sternenkinder sinnvoll ist http://www.ciec1.org/SiteCIEC

Über­ein­kom­men der In­ter­na­tio­na­len Kom­mis­si­on für das Zi­vil­stands­we­sen (CIEC)

Die Internationale Kommission für das Zivilstandswesen (CIEC) wurde im Jahre 1950 auf Empfehlung des Europarates gegründet. Sie ist eine zwischenstaatliche Organisation, deren Ziel es ist, die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Personenstandsrechts und verwandter Gebiete, wie dem Familienrecht und dem Staatsangehörigkeitsrecht, zu fördern. Zu ihrer Aufgabe gehört die Erarbeitung sowie Verabschiedung von Übereinkommen und Empfehlungen, durch die die Rechtsanwendung über die Grenzen hinweg vereinfacht und das materielle Recht der Mitgliedstaaten harmonisiert werden soll. Deutschland ist mit Wirkung vom 30.6.2015 aus der CIEC ausgetreten. Zahlreiche Übereinkommen bleiben - soweit sie von Deutschland ratifiziert wurden - auch nach dem Austritt anwendbar. bitte weiterlesen unter folgendem Link http://www.personenstandsrecht.de/PERS/DE/Themen/Uebereinkommen/UE_CIEC/ue_ciec_node.html
 
2. Wie verträgt sich das oben erwähnte Dokumentations- Caos am Standesamt mit dem deutschen Grundgesetz GG Art. 1 (1): Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. GG Art 3 (1): Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich!?
 
3. Wie verträgt sich das oben erwähnte Dokumentations- Caos am Standesamt mit dem Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 28. Mai 1993: Art. 1 Abs. 1 GG erklärt die Würde des Menschen für unantastbar und verpflichtet alle staatliche Gewalt, die Menschenwürde zu achten und zu schützen. Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu. Nicht entscheidend ist, ob sich der Träger dieser Würde bewusst ist oder sie selbst zu wahren weiß. Die von Anfang an im menschlichen Sein angelegten potentiellen Fähigkeiten genügen, um die Menschenwürde zu begründen!?
 
4. Wie verträgt sich das oben erwähnte Dokumentations- Caos am Standesamt mit der Aussagen vom Katholischer Krankenhausverband Deutschlands e.V. 8.2001 Vorgeburtliches Leben ist von Anfang an individuelles menschliches Leben. Darum schulden wir auch der Tot- und Fehlgeburt eine der Würde des Menschen entsprechende Bestattung. Den Eltern und nächsten Angehörigen steht es als den zuerst Betroffenen zu, über die Weise der Bestattung zu befinden.
 
5. Wie verträgt sich das oben erwähnte Dokumentations- Caos am Standesamt mit der Frage nach dem Menschsein : ab Verschmelzung der menschlichen Ei- und Samenzellen? Ab der Einnistung? Ab dem Ersten Dokument am Standesamt? Die Abtreibungs - Lobby sagt: der neue Mensch beginnt mit Ausstellung seiner Geburtsurkunde. Daher kann vorher kein Mord am während der Schwangerschaft, Geburt oder kurz danach befindlichen Gewebe der Frau geschehen!
 
6. Wie verträgt sich das oben erwähnte Dokumentations- Caos am Standesamt mit der unkremierten Beerdigung oder der kremierten Bestattung in Würde? Bei Bestattungspflicht sollte davon ausgegangen werden, dass jeder tote Mensch ein Grab bekommt. Menschen mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm (fehlgeborene u.a. Kinder) erhalten in der Bundesrepublik nicht immer diese Würde
 
7. Wie verfahren bei falschen Angaben am Standesamt? künstliche Befruchtung: menschliche Ei- & Samenzellen vertauscht, wie es aktuell zwei Geschwister in Österreich erleben https://www.sternenkind.info/ich-entstand-bei-einer-kuenstlichen-befruchtung/vertauschte-menschliche-ei-samenzellen/ oder die Mutter macht am Standesamt falsche Angaben. Dem entsprechend erlebt das Kind einen Vater, der gezeugt hat, den Ehemann der Frau (dessen Kind Sie nicht austrägt) und einen sozialen Vater https://www.sternenkind.info/still-geboren/sternenkind-mathias/ Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser: sollte ein Gentest, der abklärt, wer Vater und Mutter zu diesem Kind ist verbindlich oder nur bei Verdacht gemacht werden, bevor es zur ersten Dokumentation des still geborenen oder neugeborenen Kindes am Standesamt kommt?
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